latest Post

-22- Es frisst meine Worte

 

Es ist immer still, wenn die Worte fehlen. Wenn es keinen Grund gibt, zu zweifeln, und ich es doch tue. Weil es einfacher ist, an sich zu zweifeln, als zu glauben. Es ist bei allem einfacher, nicht nur beim Schreiben. Wenn ich den ganzen Tag lang das Dokument offen habe und doch nichts schaffe, außer vor einem neuen Absatz diesen jetzt-schreib-doch-Strich sehen kann. Ich kann meinen Kopf nicht ausschalten, dauern sind dort diese „Wenn“s und „Aber“s, als würde ich keine anderen Worte kennen. Und ich schweige und sage nichts mehr, wenn man mich fragt, was denn mein Problem sei. Ich weiß es nicht. Ich bin das Problem. Soll doch jemand anderes schreiben, soll doch jemand das für mich übernehmen, der weniger denkt, weniger zweifelt, weniger zermürbt von all dem zurückbleibt.
Ich kann nicht mehr, die Buchstaben bleiben nicht stehen, und die Worte sind dennoch dieselben. Ich bin der Fehler mal wieder, ich weiß, ich schaffe mir Probleme wo gar keine sind, ich male mir das Aufgeben aus, weil es bequemer so wäre. Ziellos bin und bleibe ich, kein Sinn findet sich hinter all den Worten und der nie endenden Leier. Es frisst meine Worte direkt aus meinem Hirnstamm, klaut sie mir flugs aus meinem Mund, bis ich blind bin und meine Lippen taub werden.

About Julia Mayer

Julia Mayer
Recommended Posts × +

0 SEKTSCHALE(N) MIT HIMBEEREN:

Kommentar veröffentlichen

Was sagst du dazu?