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-18- Suspekt

(via ma-cherry)
Viel zu oft betrachte ich alles durch eine Lupe, peinlich genau darauf bedacht, Kratzspuren, Fehler und Unzulänglichkeiten zu entdecken. Nicht nur bei mir selbst, sondern auch bei allen anderen. Darauf fixiert sein, dass andere perfekter sind als man selbst, dass sie nicht die gleichen Fehler machen, das ideale Bild, die fehlerlose Vorstellung erfüllen, Erwartungen noch übertreffen. Doch wer hält solch einem Vergleich, solch einer Prüfung schon stand? Wer ist perfekt? Und wenn niemand sonst perfekt sein kann, wie kann man selbst es dann nicht lassen, sich selbst zu prüfen? Wir unterziehen uns einem Zwang, lassen uns davon versklaven und kontrollieren, bis die Paranoia schon fast wie angeboren zu einem gehört, total normal, total gewolltungewollt.
Und ich kann es nicht lassen, ich kann nicht aufhören zu vergleichen, das Beste von allen zu denken und mich selbst und alle anderen damit zu quälen. Ich kann nicht glücklich werden, wenn ich nicht endlich genieße und mal loslasse, die Vorstellung beiseite schiebe und das Unperfekte perfekt sein lasse. Einfach mal weniger alles für suspekt erklären, nur halb so viele schiefe Blicke ernten und austeilen, mehr lachen, mehr Humor zeigen, ohne schleimerisch zu wirken. Oh, und da wären sie wieder, die nicht zu erfüllenden Anti-Suspekt-Wunschtraum-Erwartungen.

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Julia Mayer
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