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-27- Und ich lege die Angst ab

Und ich lege die Angst ab, als wäre sie nicht meine. Als hätte sie mir ein Feind angedichtet, verhasst und angsteinflößend präsent. Ich streife sie ab, schlage den Staub von meinen Knochen, versuche im Liegen zu gehen und im sterben zu rennen. Als wäre ich eine Stimme, die Kraft besitzt. Ein bisschen Herz unter tausend Muskeln, tausend Adern, Blut über Blut. Sie ziehen an meinen Fäden, als wäre ich eine Puppe, eine Gestalt zum Rumtragen, ein Ding, kein Lebewesen, ein Etwas, kein Mensch. Ding der Unmöglichkeit.
Ich suche das Licht im Grau, eine Wahl unter tausend Fehlentscheidungen. Das will ich rückgängig machen, hier will ich neu abbiegen. Und ich will neu sein, mehr als nur wiedergeboren, mehr als nur ein Plan B, mehr als ein zweiter Versuch nach dem Fehlstart. Ganz neu, ausradieren was nicht hier hin gehört und fiebern bis ich aus meiner Haut breche und mein Blut sich über verkrüppelte Glieder der Erde ergießt. Hohn über spröde Hölzer springen lassen, wenn ich löchrig wie ein Schweizerkäse im Nichts verschwinde. Nie richtig gelebt, nie verstanden, nie gewusst wie. Und ich wasch dich ab, ich lass dich im Abfluss verschwinden, dich und deine Zweifel, dich und den kleinen Hass mit Spitzbart auf deiner Schulter – als wärst du nichts. Nur die Angst, nur die Angst.

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Julia Mayer
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