20.06.11

-69- I climb, I slip, I fall

 
Lege meinen Kopf nieder und versuche, zu Atem zu kommen. Tausend Zweifel wie Bewohner meiner Venen, die mich aufschrecken, wach und grübelnd halten. Ich denke immer, dass Gedanken irgendwann versiegen müssen, in einem Moment noch fassbar, im anderen schon ausgelaufen, fort, fortgezerrt vom Wind. Doch manches hingegen vergeht nicht, bleibt, setzt sich fest wie eine Laus. Zapft meine Erinnerungen an, bis mein eigenes Leben der größte Feind wird. Dort ist Körper, von Seele bewohnt, erschöpft und ermüdet von all den Momenten, in denen ich geglaubt habe, leiden zu müssen. Es ist kein physisches Leid, kein Körperhunger, keine Verkrüppelung, keine wirkliche Sorge. Sicher, physisch bin ich unperfekt, doch psychisch schon lang gebrochen. Dort ist nichts, was ich nicht hinterfragen möchte, und gleichzeitig wehre ich mich gegen tiefste Philosophie, aus Angst, den Boden nicht mehr sehen zu können. Mir haben die Gedanken alle Beine gebrochen, ich krieche nur noch, es gibt nichts, für das ich mein Bewusstsein loslassen würde. Kein Bier, keine Zigarette kann das ändern. Bin die beste Lügnerin, selbst im Rausch. Und ich flehe, nicht mehr denken zu müssen, aus meiner Haut zu können. Zu David Bowie tanzen und mich orgastisch fallen lassen, doch, aber, wenn, hätte ... Tausend Barrieren in meinem Kopf und ich kann gar nicht so schnell springen, wie umgangene Barrieren sich wieder von allein aufstellen. Meine Zweifel sind Stehaufmännchen, ganz im Gegensatz zu meinen positiven Gedanken. Dabei lache ich so furchtbar gern, es gibt nichts Schöneres, als das Leben, doch gleichzeitig hasse ich es. Will es enden. Will wissen, was das danach überhaupt zu bedeuten hat. Ja, so viele Zweifel. Ich kämpfe sie nieder, schlucke sie herunter, sie vergehen für kurze Zeit im Treibsand meiner Vernunft, die sagt: "Hab dich nicht so, du siehst nur alles zu negativ." Ich weiß, ich schätze mein Leben auch, ich würde mir nie etwas antun, denke ich. Ich kann ja gar nicht loslassen, ich muss die Kontrolle behalten. Und besiegen. Alles und jeden.

Kommentare:

  1. Wahnsinnig bewegender Text.
    Ich liebe deinen Blog!

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  2. Dankeschön :') Ich freu mich jetzt wahnsinnig!

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  3. Wie man sich in soeinem Text wiederfinden kann, auch wenn man bereits die Methode gefunden hat diese Barrieren längerfristig aus zu schalten. Dieses negative Denken, das einen alles verderben kann, kann so simpel vergessen werden und zugleich ist es anstrengend.
    Ich glaube du hast es schon einmal mit dem Laufen probiert, dich aber niemals wirklich damit anfreunden können. Es ist schade, weil es für die Zeit des laufes alles verschwinden lässt, zumindest wenn man eine gewisse Zeit und länge läuft.
    Doch ich hoffe sehr du findest ein ähnliches Mittel... es ist besser von den schädlichen Fetzen im Kopf abgelenkt zu werden.

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  4. find gar kein wort für den text. so..rührend.
    und ja, ich liebe es auch sehr! :)

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  5. jaaaaaa x)

    btw guter text... schon anrührend :)

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