15.09.11

-162- Ich liebte dich am 15. September

 

Heute weckst du das Gefühl in mir, dich bereisen zu wollen. Und es flimmert nur kurz der Gedanke auf, dass du nach anderen Ländern aussehen könntest, sobald die Hüllen von deinen Augen fallen und ich dich klar sehe. Jetzt ist alles noch neu und ich bin glücklich, obwohl ich schwanke wie eine Betrunkene, jage wie ein Sturm über hoher See. Da war dieses Feuer heute, doch wahrscheinlich habe wieder nur ich es gespürt. Wahnsinn macht sich in mir breit und ich will nicht länger schweigen, sondern am Liebsten schreien. Da hast du dich umgedreht, mitten im Gehen, dich von mir weggedreht und geredet und gelacht und ich habe deine Stimme erkannt und Haare gezupft und mein Körper war zittrig wie ein Aal. Wie schwer es ist, sich nicht nach dir umzudrehen, nicht nach deinen Augen zu suchen, als wärst du ein Ziel, das ich so lang gesucht habe. Komme mir albern vor, dir Worte zu widmen, obwohl du derzeit die Quelle bist, aus der alles kommt, was mit dem Schreiben zu tun hat. Solche Sehnsucht, dass ich meinen Streit mit der Freundin beigelegt habe, nur um ihr von dir berichten zu können - und letzten Endes habe ich es dann doch nicht getan. Dort ist noch diese Hemmschwelle. Wenn ich wirklich rede, wird es real. Und ich fürchte sogar ein Erkennen, oder ein Abkühlen, oder ein loderndes Brennen. Egal, was kommen mag, ich bin mir sicher, dass es mich sowohl glücklicher, als auch trauriger machen wird. Weil es immer so ist mit dem Leben. Es schmerzt. So süß.

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