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-254- Ich liebte dich am 22. November



Sie hängen Leuchtsterne in der Stadt auf; Schnüre mit Lichtern, die leiten und gleichzeitig in Augenwinkeln brennen. Weißt du, ich bin es leid, mich für andere anzustrengen und dabei zuzusehen, wie ich meine eigene Haut zu hassen lerne. Es ist nicht einfach, sich das Gefühl geben zu lassen, der letzte Idiot zu sein - und gleichzeitig an anderen Quellen Verständnis und Überraschungen mit den gleichen Worten zu erleben. Ich fange an, zu glauben, dass es nicht an mir liegt. Ehrlich, ich bin es leid, die Schuld bei mir zu suchen - denn es gibt mir das Gefühl, dass ich es nicht wert bin, mich selbst zu mögen. Dass diese Klarheit der Selbsterkenntnis nichts als Selbstverachtung bergen kann. Ich bin zu müde für diesen Kinderkram, bin zu kaputt, um noch länger auf etwas zu warten, das sich so selten zu mir dreht und kaum lächelt, nie bleiben mag, nie bleiben wird. Ich hab dir damals etwas erzählt, etwas, das ich heute gern hinter verschlossene Türen sperren würde. Denn du hast es sowieso nicht verstanden - ich habe meine Worte immer nur an Leute wie dich verschwendet, weil ich nach dem lechze, das mich so gern und abrupt von sich stoßen kann. Und als ich es aufgab, dir gefallen zu wollen, hast du dich umgedreht und gesagt:
"Wir wollten doch mal was zusammen machen? Schreib mir doch mal." Und ich nickte: Wenige Minuten später bist du aufgestanden, das Tablett in deinen Händen, du wirktest angepisst, weil die anderen nach meinem Tag gefragt haben - oder du hattest einfach generell schlagartig schlechte Laune, ich weiß es nicht ... Und sagtest: "Schreib mir. Aber keine eeeelend langen Nachrichten wie letztens die, ne? Und nix wegen Wochenendplanung ..."
Und die andren haben mich angesehen. Ich weiß noch, dass ich irritiert gelacht habe, dabei verstehe ich bis heute nicht, was du meinst. Habe dir nur einmal eine Nachricht geschrieben, gespickt mit blöden Witzen (ich bin zu unsicher, um ernste Gespräche mit unernsten Leuten zu führen) und damals hat es dich nicht gestört. Und hörst du dir eigentlich zu? Von diesem Moment an habe ich dir nie wieder geschrieben und nie wieder etwas von Wochenendplanung erzählt. Manchmal kamst du darauf zurück, ich hab dir zugehört, du sagtest immer, ich solle dir eine Nachricht schreiben-
Ich habe es nie getan. Du aber auch nicht.
Weißt du, ich will keine Zeit mit dir verbringen, ich will keine Worte mehr an dich verschwenden. Das heute hat mir gereicht, wie du dich einfach, während ich geredet habe, abgewendet hast und meine Worte ins Leere gingen. Ich bin satt, weißt du, ich hab' genug. Lass' mich in Ruhe, ich brauche das nicht, ich kämpfe genug mit anderen Menschen, ich muss nicht auch noch in meiner Freizeit auf mir herumtrampeln lassen.
Leichter Kopfschmerz macht sich nun in mir breit. Die Seiten meines Bauches schmerzen, so heftig habe ich die Finger an mich gepresst, mich festgekrallt, mich gefragt, wieso meine Pegel alle sinken und gen Abgrund zeigen, sobald ich von der Arbeit zurückkehre ... Ein letztes Mal Facebook benutzen. Löschen.

About Julia Mayer

Julia Mayer
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4 SEKTSCHALE(N) MIT HIMBEEREN:

  1. dein blog ist richtig toll! ich liebe deinen header & deine sidebar. du hast auf jeden fall noch einen leser mehr...
    liebe grüße ♥

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  2. Wirklich? Ich habe nie Probleme, den Text zu lesen... hm...

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  3. ja. lass dir bloß net alles gefallen! gut so!

    alles liebe.

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