08.12.11

-263- Ich liebte dich am 08. Dezember


Und ich fliehe mit den Knien an mein Kinn, lege Hände auf Ohren, kneife Augen zusammen. Will nicht hören, nicht lesen. "Ich bin depressiv ... und die Menschen um mich herum fangen an, es zu bemerken." Ich komme damit klar - sie nicht. Wollen helfen und ich weiß nicht, wie ich das schätzen soll. Ihr könnt nicht, was aus mir selbst kommen muss. Und ich weiß nichts mit euren Worten anzufangen, ich will nicht gehört werden, ich will nicht sagen müssen, dass es mir nicht gut geht. Ich will nicht darüber reden, weil es mir das Gefühl gibt, etwas zu sein, was ich nicht darf. Ich weiß nicht, wieso ich mich fühle, als hätte ich nicht einmal das Recht zur Traurigkeit. Vielleicht, weil die Menschen denken, sie wäre auf sie bezogen. Dass sie mich traurig machen, sie mich enttäuschen, sie mir nicht helfen. Es hat nichts mit euch zu tun. Es ist meine Seele, die bricht und aus Haut tritt, in Fetzen und nie wieder heil oder ganz. Ich bin es, die sich selbst nicht erträgt. Und ich weiß, ihr wollt, dass ich lächle. Und ich kann es, ich tue es, ich lasse mich lächeln - und plötzlich seid ihr überfordert. Ihr versteht ja nicht einmal, was gute Laune ist, denn ihr bemerkt mich nur, wenn ich schlechte Laune habe.

Kommentare:

  1. wieder einer deiner Texte, in dem ich mich sofort wieder erkenne. Wenn man traurig ist, wird man angemeckert, man soll nicht so depri sein und alle nerven. Aber wenn es einem dann mal gut geht ist man wie Luft für die anderen.
    Grüße, Felicia

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  2. Ich schaue nicht täglich auf deinen Blog, sondern immer mal wieder. Aber dann lese ich mir auch alles durch.
    Und ich könnte jedes Mal aufs Neue unter fast jeden der Texte schreiben, wie gut ich sie finde. Wirklich: Großes Kompliment! Vielleicht kommst du demnächst einmal in einem meiner Einträgen vor!
    Schönen Advent!

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