16.01.12

-276- Ich liebte dich am 16. Januar


Kurz vor einem neuen Tiefpunkt denke ich immer, dass es nicht schlimmer kommen kann. Dass dort kein Millimeter mehr zum freien Fall zwischen mir und der absoluten Tiefe ist. Und ich verzweifle am zerkratzten Gedanken, dass es nie wieder besser wird, dass ich hier hängen bleiben muss wie ein vergessener, alter Putzlappen - und dass mich irgendwann alle vergessen haben, als wäre ich nie neu gewesen. Das ist die Art und Weise, wie die Depression mich einfängt. So schnell und aggressiv, dass ich morgens plötzlich nicht mehr die Augen aufbekomme, dass ich nachts kaum schlafe, dass ich im Schlaf weine, dass mich Gedanken beherrschen, die mir selbst eine Wahnsinnsangst einjagen. Ich denke, dass ich mich in den letzten Wochen selbst getäuscht habe. Von allen Menschen, die ich von meinem Wohlergehen überzeugen konnte, habe ich mich selbst am meisten belogen. Es wird nicht einfacher, ich werde nicht glücklicher, stattdessen ziehen mich alle weiteren Gedanken hinab, reißen mich mit sich. Ich komme da nicht einfach so raus - und viele wollen es nicht lesen wollen, wollen es nicht hören, versuchen zu helfen --- und ich kann auf niemanden zugehen, kann nichts weiter als tiefste Scham darüber empfinden, dass mir jede angebotene Hand zuwider ist, dass ich es nicht schaffe, bunt zu malen. Alles tüncht sich - farblos - und was bedeutet die Zukunft schon, wenn es die immerwährende Gegenwart ist, die ich nicht ertrage ... (BILDER VIA TUMBLR*)

Kommentare:

  1. wahrhaftig gefangen in deinen worten.

    http://efeuimhaar.blogspot.com/

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  2. Fuck. Das ist das erste, was mir dazu einfällt. Vor allem, wenn du sagst, dass dir jede Hilfe zuwider ist, dann ist es schwer etwas dagegen zu tun.
    Aber schon allein dass Leute dir ihre Hand hinstrecken, zeigt doch, dass du nicht als alter, verbrauchter Putzlappen vergessen wirst, denn die Leute kümmern sich schließlich.
    Ich hoffe einfach ganz stark für dich, dass es bald (am besten allerdings jetzt) wieder bergauf geht!

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  3. Dein Text hat mich zutiefst berührt und gleichzeitig erschreckt. Mein Freund hat auch Depressionen und was er mir manchmal schildert oder wenn er sich annähernd zu erklären versucht klingt das genau wie dein Text. Ich hatte gerade das Gefühl, ich läse seine Gedanken- zimelich krass, obwohl wunderbar geschrieben.

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  4. Passt nicht so ganz hinein, aber ich liebe The Secret Garden!

    Und oh, Lola! Du kennst Juls? Wie witzig :)

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  5. Hilfe ist gut. Ich würd dir auch gern helfen, aber ich weiß nicht wie, ist das blöde :/ Und du weißt es wahrscheinlich auch nicht. Ich hoffe, dass es das Schreiben dir weiterhin irgendwie erleichtert.

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