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-293- Ich liebte dich am 09. Februar



Tausend Kreise auf meiner Haut, untermalt von rot gebannten Strichen und dem Bild meines Aufgebens an den Handgelenken. Sich nicht länger stark fühlen und keinen Augenblick mehr vorgeben können, dass alles okay ist, wenn es doch eigentlich lediglich bequem ist, sich nicht erklären zu müssen. Es bringt mir nichts, zu reden und alles mit Bezeichnungen zu versehen. Es führt mich nur an leeren Gedankenenden, wenn ich ehrlich sein soll.
Und ich glaube, es ist falsch, das Herz an solch einem Ort verschenken zu wollen. Auch noch an jemanden, der sich die eigenen Augen nicht beschreiben kann und es nicht wagt, die Fugen festgesetzter Klischees hinter sich zu lassen. Ich will all die Zellen gehen lassen, ich will fort von dem, was mich bindet. Ich sehn' mich nach den guten Tagen, nach dem schönen Leben, vielleicht auch nach dem Fehlen der Resignation und der alles lähmenden Taubheit.
All die Einträge über dich lesen und neu schreiben, als könnte ich den Funken neu übertragen. Das hier ist der Winter und er will den Herbst nicht länger lieben und kann den Frühling noch nicht sehen. Ich kann nicht weiter, als bis an meine Fingerkuppen blicken - der Hohn eine Festung, die wankt und zittert. Kurz davor, sich aufzugeben.

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Julia Mayer
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2 SEKTSCHALE(N) MIT HIMBEEREN:

  1. Ach, du schaffst es einmal wieder so wunderbar in Worte zu fassen, was ich denke (und dabei so indirekt, dass du dich nicht fürchten musst, dass einer deiner Freunde deinen Blog liest, haha)
    - Ich sehn' mich nach den guten Tagen, nach dem schönen Leben, vielleicht auch nach dem Fehlen der Resignation und der alles lähmenden Taubheit. -
    Dito :'(

    Und ach, danke für deinen Kommentar Mensch (auch für den zu dem Post davor, den habe ich noch gar nicht beantwortet. Einfach danke :'))
    Ja, es ist alles so wahr, was du schreibst, ich musste die ganze Zeit über nicken. Das war unter anderem auch immer ein Grund für meine bunten Farben, für das ständige Umfärben alle zwei Wochen und was weiß ich. Alle, die mich kennen, denken, ich wäre irgendwie voll durchgeknallt und selbstbewusst, deswegen und ich lasse die gern in diesem Glauben. Wenn jemand fragt "Warum rennst du nur so herum" und über mich lacht, weil ich so lustig aussehe, dann lache ich nur mit und tue so, als würde ich es cool finden, so zu sein. Und es verletzt mich nicht. Weil ich weiß, dass die Person nicht über mich lacht. Das mit den bunten Haaren bin ich nicht, bin ich nie gewesen und werde ich nie sein, aber es fühlt sich einfach zu gut an, nicht ich selbst zu sein, deswegen mache ich es immer wieder. Und da bunte Haare zurzeit wirklich keine Option sind, eben irgendwas krasseres. Ich kanns mir ja zum Glück noch erlauben - gehe ja noch mindestens ein Jahr zur Uni und wenn ich dann arbeite wird es so gut abgeheilt sein, dass ichs halt einfach rausnehmen kann. Und Mann, es ist echt der Wahnsinn, dass du das verstehen kannst, ich glaube, das tut sonst niemand. Ehrlich nicht.

    Es ist eben eine zwiespältige Sache. Wenn ich mich in jemanden verwandle, der ich nicht bin, muss ich nicht traurig sein, wenn mich jemand nicht mag, ich gebe aber auch niemandem die Chance, mich zu mögen. Vielleicht ganz gut so. Dann werde ich nicht mehr am laufenden Band enttäuscht. Es ist echt so ätzend, vorgeben zu müssen, es ginge einem immer gut.

    Ich hab dich auch gern, du bist so lieb :'( Mal sehen, ob ich das mit dem Sidecut und dem Piercing mache, mein Bankkonto muss ja erst mal wieder freigeschaltet werden. So lange werde ich mich mit den 4 Piercings im Ohr begnügen müssen, die ich heute nach Monaten mal wieder herausgesucht habe ... *sigh*

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  2. wow, das ist.. SO gut geschrieben :$ ich liebe deinen blog! eine leserin mehr :$

    http://kidnapherheart.blogspot.com/

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