21.03.12

Unsolide


Ich weiß nicht viel und perfekt zu sein ist in meinen Augen etwas, das nicht erreicht werden kann. Nichtsdestotrotz gehöre ich zu jenen, die es krampfhaft versuchen und nicht loslassen können. Ich gebe mir die Schuld für all die Miseren und ich flüchte mich gleichzeitig in Gedanken, die sanfter sind als gesprochene Worte. Manchmal ertrage ich es nicht, den Menschen in die Gesichter zu sehen. Und manchmal, in unbedachten Momenten, schaffe ich es nicht, meine Stimme laut zu halten und werde leiser und leiser - bis sich Stille um meine Kehle legt. Und ich denke nicht, dass meine Meinung zählt. Ich fürchte, dass ich in meinem eigenen Leben zweitrangig bin, weil ich niemanden sonst enttäuschen möchte. Wenn man nur in seinem eigenen Leben zählt, wieso kann ich dann nicht zulassen, dass das Leben von mir geschrieben wird und nicht das Leben über mich schreibt, als hätte ich kein Mitspracherecht? Weißt du, ich will so viel und weiß doch nicht, was genau. Ich habe gar keinen Antrieb, ich taumle nur so vor mich her und verwünsche mich selbst.

Kommentare:

  1. Sehr schön und tiefsinnig geschrieben :)

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  2. Und noch ein Text, in dem ich mich wieder finde ... hast du in meinen Kopf geschaut? ._.

    Ich find ihn auch sehr schön geschrieben, wunderbar in Worte gefasst :)

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  3. Super schön und berührend geschrieben, wobei das Thema nicht wirklich schön ist. Oft fühle ich mich auch so. Hach, ich hoffe, das vergeht irgendwann ... :3

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  4. Warst es nicht du, die mir sagte, dass wir in unserem Leben eine Rolle spielen?
    Vielleicht mal das Leben unsere Geschichte auf, schreibt sie nieder, ohne dass wir eine Einwirkung darauf haben. Doch ich glaube, dass inzwischen vieles passiert, weil wir es wollen. Woher dieser Wandel kommt? Ich erlebe es derzeit, entscheide mich für Dinge, die ich vorher nicht angefasst hätte. Vielleicht ist es gut, vielleicht ist es schlecht, doch ich kann dies nicht beurteilen, konnte das nie.

    "Trau dich" wurde mir gesagt, "Sag was du denkst, tu was du fühlst, denn es gibt kein Falsch, kein Richtig". Es ist schwer, auch wenn ich mir mühe gebe, mich besser. Und während ich weiter still dastehe - nur der Wind und die Drehung der Erde mich bewegen - zweifel ich, obwohl ich es nicht will...

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  5. Genau so fühle ich mich. Und ich habe das so satt.
    Deine Texte sind wunderschön geschrieben, auch wenn der Inhalt traurig ist.

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  6. du berichtest so schön von einer zweigespaltenen situation, in welche der mensch sich so gern selbst versetzt. dein ausdruck gefällt mir wahnsinnig. darüber hinaus finde ich deinen situationsüberblick bemerkenswert, zu beleuchtest den moment von so vielen seiten, berichtest von sinneseindrücken, empfindungen und so weiter. das ist grandios.

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