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-318- Von der Wahrheit

(Bild via Tumblr*)

Mittlerweile denke ich, dass ich nur diese eine Chance noch habe, mein Leben in den Griff zu bekommen. Doch anstatt mich aufzuraffen und meinen metaphorischen Feinden die Stirn zu bieten, kehre ich allem den Rücken zu. Ich schaffe es kaum noch, zu schreiben, weil die Angst sich wie Unkraut in meinem Fleisch eingenistet hat. Über meine Ränder springt nur noch im Stillen die Wahrheit. Ich kann einen ganzen Tag lang an nichts anderes denken, als dass es mir nicht gut geht und dass ich nicht darüber reden will, aber auch somit über nichts anderes mehr sprechen kann. Jedes Thema zieht die Depressionen mit sich. Ich fühle mich hilflos und als hätte die Erdanziehung seinen Reiz bei mir verloren.
Auf der Haut der Nacht liege ich dann in andächtig musikalischer Stille wach und denke und denke und denke. Der Strom versiegt nie, mein Kopf ist voll und prall und hinter meinen geschlossenen Lidern quäle ich mich selbst mit dem irritierendem Wunschdenken. Plötzlich ist alles so angefüllt mit Wut, dass ich mich vor dem Platzen meiner Venen fürchten muss. Taumle durch meine eigene Welt, mit Pupillen so groß wie Monde und unkontrollierbarer Furcht. Ich seh nur noch Flecken, die wie graue, unheilvolle Welten auf mich warten. Und ich trete nur noch in Pfützen, bis meine Welt aus unkontrolliertem Meer besteht, überdeckt von feuchtem Nebel. "Ich kann nicht trauen und so bleib ich still", stiller als der Rest der Welt. Weil ich wenigstens meine Gedanken nicht verurteilt sehen möchte.

About Julia Mayer

Julia Mayer
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8 SEKTSCHALE(N) MIT HIMBEEREN:

  1. Wenn eines gibt das im Leben gelernt habe und an dem ich fest glaube, ist, dass es NIE zu spät ist auf einen neuen Anfang ist. Egal wie oft man es schon versucht hat. Man hat IMMER die Wahl. Immer und immer und immer und jede Sekunde in der du lebst hast du die Wahl zu atmen oder nicht. Und es ist NIE zu spät sich zu verändern.

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    1. Ist es wirklich nie zu spät? Ich weiß nicht, ich denke, es ist schwieriger, sich selbst manche Dinge zu verzeihen - und das macht gerade Neuanfänge beinahe unmöglich. Vielleicht bin ich aber auch ganz besonders negativ eingestellt.

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    2. Ich befinde mich in derselben Phase. Verdammt, JEDER Mensch befindet sich in dieser Phase, das ist der Sinn des Lebens den wir immer hinterfragen.
      In meinem Glauben (Evangelisch) glauben wir daran, dass es nie zu spät für dich ist, den richtigen Weg zu finden. NIE. Egal was du gemacht hast oder gerade tust oder noch tun wirst. Du musst "nur" dankbar für das sein, was man dir geschenkt hat und dieses Geschenk auch annehmen und gut bewahren. Alles hängt von deiner freien Entscheidung(!!) ab.

      Und ganz wichtig: Es kommt nicht darauf an wer du bist, sondern wer du sein willst!

      P.P.S.: Wie Freud schon sagte, bevor man mentale Instabilität an sich selbst vermutet, sollte man beobachten, ob nicht doch die Menschen um dich die Vollidioten sind xD

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    3. Dann glaube ich nicht, dass wir uns in derselben Phase befinden. Klar ist das meine freie Entscheidung, aber es gibt Dinge, die ich nicht für mich tun kann, ohne dabei die Menschen in meinem Umfeld in a) Mitleidenschaft zu ziehen oder b) zu enttäuschen.
      Ich bin auch evangelisch aufgewachsen & ich kenne viele aus meiner Kirche, die verurteilend sprechen und - so wie jeder Mensch - vor allem so denken. Also, nein. Wirkliche Neuanfänge gibt es nicht so einfach, man ist immer vorbelastet. Und ich bin niemand, der bei so gut wie wildfremden um Verzeihung bittet, für etwas, das sie nicht einmal etwas angeht.
      Wir reden aber ein wenig aneinander vorbei. Ich weiß, was du meinst, aber es hat für meine momentane Situation überhaupt keine Bedeutung.

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    4. Wahrscheinlich wirst du mich jetzt dafür hassen: Du bist nur "etwas" depressiv im Moment und das kann Jahre dauern, ja. Weil du vielleicht gerade nichts in deinem Leben hast, das dich festhält. So kommt es mir vor, aber es ist ja auch schwer den genauen Ursprung durch die Beiträge zu erahnen, deswegen entschuldige ich mich wenn ich unsensibel erscheine >_<

      Schwarze Schafe in Gemeinden gibt es auch immer, oder besser gesagt, diese Personen sind auch nur Menschen und Gläubige machen immer Fehler (das war zu Ostern ein Thema, dass wir Fehler machen weiterhin sünden werden und trotzdem sind wir gerettet). Als ich wieder in den Gottesdienst ging, dachte ich auch wieder, dass mich da eh keiner will. Ich hatte sogar kurz danach einen mentalen Zusammenbruch und habe auf der Straße zu weinen angefangen bzw. bin in Knien zusammen gebrochen, weil diese "Ablehnung" und dieses "verurteilende" der anderen zu viel für mich war. Von da an habe ich an mir gearbeitet und gerade fange ich an das Leben zu verstehen und mich zu lieben. Ja, ich bin nicht getauft und ich wurde mein Leben lang deswegen wie eine Ausgestoßene behandelt und ich dachte, dass Jesus mich nicht liebt und mich aufgegeben hat. Dabei habe ich mich nur selbst aufgegeben und obwohl ich nach einem Neuanfang schrie und schrie und schrie und es versuchte und dabei viele Menschen verletzte, bis mich mein Bruder als Arschloch bezeichnete und mich das immer tiefer hinab stürzen ließ, war ich es selbst die sich immer davon abgehalten halt, mir und den Menschen die mir das Leben zur Hölle gemacht haben, zu verzeihen. Aber Hass, Selbsthass und Ignoranz verschwenden einem nur das Leben. Ich bin immer noch alleine und fühle mich von keinem Menschen verstanden, aber jetzt weiß ich, dass ich mich so lieben kann wie ich bin und plötzlich fühlte ich mich .... wie neugeboren. Ich fühle mich geliebt, WEIL ich mich gehasst habe und das gibt mir ein warmes Gefühl und auf Knopfdruck bin ich glücklich und ich weiß, dass das Jesus in meinem Herzen ist der mir sagt "Hey, Andra! Du hast viele Fehler gemacht und machst sie immer noch, aber du suchst immer nach Vergebung und bist dankbar und du bist es Wert geliebt zu werden, so wie du bist" (deswegen bin ich auch gläubig, weil ich mir vergeben habe, der Glaube hat so viel mehr mit dem Menschen an sich zu tun, als mit Traditionen etc.)

      Sorry ... Ich bin mir sicher dass dich das nicht interessiert, ich finde es nur schade dass, wenn Leute nach einem Neuanfang "jammern", aber generell nicht wirklich nach einem Neuanfang suchen. Ich meins aber nicht verurteilend oder böse, ich komme in Frieden!! Aber lass dir gesagt sein, auch wenn es banal klingt, dass du definitiv dich lieben wirst, wenn du auch deine schlimmen Phasen und Seite akzeptierst und liebst und froh darüber bist am Leben zu sein.

      Du arbeitest ja gerade jetzt an dir und genau deswegen, bist du es Wert geliebt zu werden!

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    5. So einfach hasse ich dich ganz sicher nicht, liebe, liebe Andra. Ich sehe, was du mit deinen Worten bewirken möchtest und ich weiß, dass du es gut meinst & danke dir auch für deine Bemühung, doch ich fürchte, dass ich nicht das gleiche Problem habe, wie du. Ja, ein Neuanfang wäre schön, aber das meine ich wörtlich. Ein neuer Ort, eine neue Arbeit, ein neues Leben - äußere Einflüsse vor der inneren Wandlung.
      Ich bin zudem evangelisch aufgewachsen und bin noch immer auf eine ganz bestimmte Art gläubig, auch wenn ich nicht mehr viel bete, das hat aber noch persönlichere Gründe. Dass ich mich von vielen in der Gemeinde bedrängt und angegriffen fühle, liegt an mir, so weit bin ich auch. Ich arbeite an einem Neuanfang, für mich kommt eine "Rettung durch Jesus" jedoch in diesem Sinne nicht in Frage, da mein Glaube weniger bezogen auf Gottes Sohn ist. Vielmehr ist Religion für mich ein Vergleich der Selbstliebe, eine Art Suche nach dem inneren Kern und ich weiß, das klingt wie Science-Fiction, aber das ist es, woran ich glaube.
      Ich weiß nicht, was ich vom Leben will und wie ich es erreichen werde und ich weiß, ich lasse auch keine Hilfe zu, weil ich mir ungern von anderen Menschen sagen lasse, was mit mir nicht stimmt, wenn ich selbst noch nicht einmal ansatzweise beschrieben habe, was mit mir nicht stimmt.
      Ja, ich habe Depressionen, doch ich glaube nicht, dass Gott mich nicht liebt, denn meine Tiefpunkte haben nichts mit Religion zu tun. Ich möchte dir nicht zu nahe treten, denn ich respektiere dich sehr und hab dich wirklich gern, Andra, aber du schließt in diesem Fall von dir auf andere.
      Ich will nicht sagen, dass meine Probleme weniger schlimm oder gar schlimmer als deine wären, denn ich kenne deine Weichpunkte nicht, ich möchte mir auch einfach kein Urteil erlauben, denn mir steht soetwas nicht zu und ich hoffe, du verstehst das.
      Danke für deine Worte, ich weiß, dass die Veränderung, die wahrscheinlich mit mir geschehen muss, damit ich auch mal positive Texte verfasse, von innen heraus kommen muss. Für mich ist es aber ganz einfach so, dass dieser Blog mein Ventil ist. Ich drücke mich vage aus und doch persönlicher, als in jedem meiner anderen literarischen Projekte. Ich kanalisiere die negative Energie und lasse das Traurige gehen beim Schreiben. Dadurch geht es mir besser, wenn ich diese Texte verfasst habe.
      Vielleicht verstehst du jetzt, warum meine Texte den deutlich depressiven Touch haben - sie sind eben das Dunkelste in mir und ich muss es doch irgendwohin lassen. Wenn nicht hier hin, wohin dann?

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