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-322- Am Himmel

(Bild via Tumblr*)

Wir sitzen auf den Wolken und starren auf unsere Leben hinab - Augen durchbohrende Augen, Hände haltende Hände, Wangen berührende Wangen ... und wir glauben, ein Stück Himmel unter unseren Füßen zu haben, der uns hält, wenn wir von den dicken Wogen der Wolken rutschen sollten. Und wenn uns das Nichts umfängt, sobald wir fallen, fühlst du dich betrogen. Und ich weine um deine Fingerkuppen, deine Haarspitzen, deine Mundwinkel und die kleinen Ecken deiner Seele, die sich an den Rändern mit meiner vermischt hat. Jetzt sitze ich hier allein und kann dich nicht mehr neben mir spüren. Es ist, als wärst du niemals da gewesen. Die einzigen Spuren, die du hinterlassen hast, sind deine Worte - sie haben sich merklich in mein Fleisch gegraben. Durch die schmale Lücke in der Wolke sehe ich einen Fetzen blauen Meeres. Ich kann bald vielleicht kein Licht mehr sehen - und was, wenn es mich nach oben oder nach unten zieht - wohin werde ich fallen, wohin bist du gefallen? Wir denken, wir sitzen auf den Wolken, doch wir kleben einfach nur am untersten Rand des Himmels fest. Unbeweglich und furchtsam wie schwere Tropfen an einer Regenrinne. Kurz davor, am Boden zu zerplatzen.

About Julia Mayer

Julia Mayer
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2 SEKTSCHALE(N) MIT HIMBEEREN:

  1. was für ein wundervoller text. hast du ihn selbst geschrieben? ich mag deinen blog. sehr kreativ!
    alles liebe
    maren anita

    FASHION-MEETS-ART by Maren Anita

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    1. Dankeschön! Ja, alle Texte auf meinem Blog sind von mir, außer ich zitiere jemand anderen, doch dann schreibe ich immer die Credits dahinter (;
      Ich freu mich, dass dir mein Blog gefällt! Dankeschön!

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