05.06.12

-338- Körperfremd


Wir tanzen auf der Stelle, regungsloses Denken wie ein farbloser Lichtstreifen. All das zieht sich durch unsere Augen, als hätte das Leben nach unserer Frucht gegriffen, die meine Hände gierig und ängstlich umklammerten. Zwischen all den Sekunden, die gut sind, schleichen sich die Momente des freien Falls. Sie sind überall; die Grauzonen - und sie schlingen sich um meine Rippen, als wöllten sie mir die Luft aus den Lungen pressen. Manchmal habe ich das Gefühl, dass kein Wort noch irgendetwas nutzt und dass ich das, worüber ich schreiben will, selbst nie begreifen werde. Es ist fast so, als wöllte mir das Herz aus der Brust springen und etwas erreichen, das diesem, meinem Körper zu fremd ist. Ich will immer mehr als das, was mir zu erreichen zugedacht wurde. Das Gefühl, nicht zu genügen, ist so stark, dass es mir die Knöchel zusammen zieht und die Ecken meiner Augen brennen lässt. Auf der Welt bin ich nur jemand, der schreibt, niemand, der spricht. Ich bin ein Denker, kein Redner und all mein Handeln dreht sich um diesen einen Angelpunkt, um eine einzige Anforderung an mich selbst: du darfst nicht brechen, du darfst nicht zerbrechen, niemals sollst du auseinanderbrechen.

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