25.06.12

-347- Flirren und Zucken


Die Uhr klebt an der 1:15 fest. Nichts scheint sich zu bewegen, weil der Kopf auf meinen Schultern kurz vor dem Explodieren steht. Vielleicht bricht sich dann der Knoten aus meiner Stirn hervor und alles fließt, anstatt sich in den Boden zu krallen und das Leben zu einem zähen Kriechen werden zu lassen. Alles ist still, nur ich bin es nicht. Wenn ich das Licht gehen lasse und im Finsteren die eigenen Gedanken aufsammle, kann ich den Atem wie schweren Ballast in meinen Lungen spüren und mir wird vom Rasen meines eigenen Blutes übel. Derzeit hat alles einen Regenschleier vor sich hängen und einen eigens von Samuel Barber komponierten Soundtrack, der tief in den Ecken schmerzt und sich körnig in die Arterie setzt. Das Denken pflanzt mir wirre Lügen in den Kopf. Ich sehe nichts mehr, so geblendet bin ich von der Wut unter den Nägeln und so sehr, oh so sehr brauche ich den Bruch. Ein Ende, an dem das Flirren und Zucken unserer Erwartungen nichts verloren hat. Ein Ende, das einen Anfang im Klaren verspricht. Denn das Unklare wirft mich in Schlängellinien vom Hier nur ins Zurück. Ich kann die Zukunft gar nicht sehen, meine Lider sind zu schwer und mein Fluss, mein Fluss ist ausgetrocknet und dürr.

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