09.09.12

-371- Bitte einmal ein unangenehmes Schweigen, Herr Ober!

 
(Bild via Tumblr)

Ich würde jetzt gern zurück und meinen Mund zunähen und mich lieber allein in Sicherheit wiegen. Doch ich kann nicht einfach aus etwas Geschehenem etwas Ungeschehenes machen. Vor all den Farben fürchte ich mich, vor dem Goldgelb in den Gläsern und den glimmenden Zigaretten, vor den Worten, die sich nicht einfach ausradieren lassen und die Wahrheiten, die ich lieber nur im Stillen bei mir und niemanden sonst gehalten hätte. Doch ich hab all das gehen lassen und nun kann ich den eigenen Boden nicht mehr finden, als würden die Schamgefühle konstant von Kopf bis Fuß durch meinen Körper fallen und an den Fußsohlen eine Kehrtwende machen, nur um wieder rasant auf den schwächsten Muskel zuzusteuern, das Herz, das mir bis in die Kehle pocht. "Hier bin ich", ist nichts, was ich noch auf den Lippen habe, nichts, was ich dort noch spüren kann. Ich sag mir, dass ich deswegen lieber schweige und dass ich deswegen Menschen fürchte, doch es ist nicht nur, dass ich andere Menschen hasse, sondern vor allem auch, dass ich mich hasse, wenn ich bei ihnen bin und mich verrenke und auseinandergerissen zu jemandem mache, der ich im Stillen gar nicht sein will.

Kommentare:

  1. Dein Blog ist echt ziemlich faszinierend & atemberaubend wirklich toll ♥

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  2. Ich liebe die Art und Weise wie du schreibst. Es ist wirklich faszinierend :)

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