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-377- Welten, die mich halten


Wenn der Blick nicht fort schweift, frage ich mich, ob andere überhaupt sehen, wie sehr ich in meinem Kopf lebe. Dass ich sie manchmal gar nicht sehe, weil ich mich im Kopf selbst zerpflücke und die Sinne vollkommen außen vor lasse. Was, wenn ich hier nicht fort kann, wenn ich auf ewig an diesem Ort bleiben muss, der sich in Zerstreutheit und Angst gebildet hat? Was, wenn ich das Grau nicht abzuschütteln vermag, obwohl ich all die Worte benutze und sehne und ängstige und mir verbiete, mich selbst zu fürchten ... was, wenn all der Atem nicht mehr reicht, um meine Lungen zu füllen? In diesen zarten Blühen sehe ich Welten, die mich halten und mich gleichzeitig zu sich zerren, als hätte ich selbst keine Knochen, keinen Halt, keine Basis. Ich sehe nur die Angst. Ich sehe nichts sonst.

About Julia Mayer

Julia Mayer
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4 SEKTSCHALE(N) MIT HIMBEEREN:

  1. dieser text spricht mir aus der seele. vielen dank dafür.

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  2. ich lese deine texte in einer besonderen kopfstimme..
    und der text passt zur stimme und zu den pausen. das ist cool :)
    ich würde gern mal viel zeit verbringen mit einer person, die sehr im kopf lebt.
    dann erleb ich es mal, wie das so ist, weil ich auch so bin.
    so allein.
    leider sind wir unnahbar, wir treffen uns nur in gedanken

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    1. Das ist es ja, wenn es im Kopf ist, bleibt es dort. Ich rede gar nicht so, ich schweige dann doch lieber. Aber gemeinsam schweigen kann so schön sein.

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