01.10.12

-379- Ungebannt


Bricht das Licht durch halb geschlossene Fenster, wirft sich auch mein Denken in eine silbrig ferne Bahn. Hier steht der Staub flimmernd zwischen uns, in breiten Bahnen schleicht sich die Sonne durch das Zimmer und lässt mich daran zweifeln, soetwas wie eine Realität wirklich zu kennen. Heute fühle ich mich, als hätte ich keine Ränder, sodass all mein Denken zusammen mit all meiner Energie aus mir heraus fließt und ich nichts davon mehr halten kann. Keine Barriere aus Haut, kein Halt an den Lippen, als würde ich sofort in das verschwommene Außen übergehen und kein eigener Mensch mehr sein. Hier lege ich die letzten Worte in fremde Münder und sehe ihnen dabei zu, wie sie ertasten und ihre Atemzüge wagen: »Der Dunst alter Leben zieht sich über unsere Körper und die Augen zahlreicher Fehler haften an mir. Und alles, was bleibt, sind die Worte: Ich ängstige mich, bitte bleib?«

Kommentare:

  1. Bewunderung, immer, für die Schönheit der Worte, für die unerreichbare Eleganz einer mir fremden Sprache. Für einen bezaubernden Stil, eine Lektion in Sicht Kunst.

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