29.12.12

-403- In Fleisch geschlagen


Du streichst dir über die Beine und deine Haut ist kalt, deine Hände schwitzig, dein Kopf irritiert. Das ist die Unsicherheit. Mehr nicht. Nur eine Unsicherheit, die aus deiner Stirn bricht und dein ganzes Gesicht einnimmt, ehe sie über deinen Rücken wandert und jedes sinnvolle Handeln unmöglich macht. So bleibt alles verloren, weil du es nicht halten kannst, weil du wünscht, jemand könne dir das Zittrige aus dem Kopf reißen und es mit Energie ersetzen. Dort, wo deine Augen sein müssten, liegt nur noch dunkle Panik. "Bin ich genug, reiche ich aus, ist das etwa alles, bin ich im Zenit, geht es nicht mehr bergauf, ist dies eine Talfahrt, wohin führt mich all das?"-Gedanken vergiften dein Handeln und du wünschst dir deine alten Fingerkuppen zurück, die sich nicht nach Gewissheit gesehnt haben, die trotzdem packen und handeln konnten.
Jetzt bist du nur noch der seichte Nordwind, der sich selbst über Menschenköpfen jagt. Du bist dein eigener Feind, dein eigener Kritiker, den du nicht aus dem Fleisch geschlagen bekommst. Hier kannst du nichts mehr ausrichten, weil du du jedes Wort zum Trugschluss erklärst. Du verstehst dich selbst nicht, wieso also sollten andere dich verstehen?

 

Kommentare:

  1. sehr schön geschrieben, mir gefällt dein schreibstil wirklich sehr gut. =)

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  2. Absolut genial. Wunderbar und wahr.

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