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-415- Ins Gegenteil


Ich bemerke erst viel zu spät, dass ich nicht gut darin bin, Normalität zu imitieren. Sie haben recht behalten; ich bin noch immer verschlossen in mir selbst und lasse sich die Wärme draußen die Beine in den Bauch stehen. Innen wälze ich mich in der Kälte und gehe ganz im verwöhnten Herbst auf. Vielleicht ist es sicherer so; ja, ganz bestimmt wird es irgendwann noch leichter werden. Ah, wenn es nur so schlimm werden könnte, dass es sich ins Gegenteil verkehrt und ich mich einfach nicht länger drum kümmere? Wäre das nicht der Traum, der alles verzehrende, wirkungsvolle Traum? Vielleicht will ich auch nur zum Herbst werden, mich und die ergrauten Gedanken in den Wind streuen, als würde ich dadurch ein Stück des Himmels einfangen. Einmal irgendwo dazugehören. Nicht außen vor bleiben. Nicht still sein. Schreien.

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Julia Mayer
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