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-451- Von Zweifeln und Ängsten


Seit ein paar Tagen ist bei mir ein Ohnmachtsgefühl eingezogen. Es hat sich in mir eingenistet und klebt in mir drin und bringt alles durcheinander, was ich sorgsam aufgestellt habe. Ich zweifle an meinen Fähigkeiten, oder eher an der Abwesenheit jener. Zugegebenermaßen bin ich solche Phasen schon gewohnt und ich weiß im Grunde damit umzugehen, aber nichtsdestotrotz muss ich mich immer dazu aufraffen. Es kostet Energie und Lebenszeit, die ich lieber mit anderen Gedanken verbringen würde.
Meine größten Zweifel betreffen leider mein Schreiben und das Veröffentlichen - also das, was ich am liebsten mache und eigentlich gut können sollte. Ich bin nicht besonders gut darin, Bücher zu verkaufen. Ich schäme mich für Kleinigkeiten, für Themen, die ich in meinen Büchern anspreche, für eventuell amateurhafte Umsetzung oder schlechte Überarbeitung. Und ich habe Angst davor, Werbung für meine Werke zu machen. Das ist vermutlich der größte Grund dafür, dass sich meine Bücher nicht gut verkaufen. Wobei das natürlich auch daran liegen könnte, dass sie nicht gut genug sind (aber von diesem selbsterniedrigenden Gedanken möchte ich unbedingt los kommen) oder nicht schnell genug veröffentliche/zu wenig produziere. (Daran arbeite ich.)
Schnell verliere ich mein eigentliches Ziel aus den Augen - zu schreiben, was ich so in mir habe an Geschichten - und stattdessen führen Verkaufszahlen, Rezensionen und Facebook-Kommentare einen schwindelerregenden Tanz vor meinen Augen auf. Als Indie-Autorin kann ich es mir nicht leisten, "nur" ans Schreiben zu denken. Ach, ich weiß sogar, dass Verlagsautoren das nicht mal mehr können, außer sie wollen in der Masse anderer Publikationen untergehen.
Ich will mich nicht beschweren, denn ich habe es mir selbst ausgesucht und es macht mir normalerweile auch Freude, mehr als alles andere in der Welt. Aber gerade das, was einem am meisten am Herzen liegt, wird irgendwann schwer und man kommt nicht drum herum, sich darüber Gedanken zu machen, wie es wohl leichter laufen könnte.
Ich für meinen Teil weiß, dass ich meine Scheu vor Marketing ablegen muss und dass ich nicht aufgeben kann. (Das ist nicht nur keine Option, sondern auch von mir nicht gewollt.) Vielleicht brauche ich nur Zeit, und Chuzpe, um mir eine Leserschaft aufzubauen. Sicherlich wird es nicht irgendwann wie von Geisterhand laufen, aber vielleicht werden die Zweifel noch kleiner und verschwimmen langsam mit dem Rest, sodass sie mich nicht mehr dermaßen schnell von den Füßen hauen.

About Julia Mayer

Julia Mayer
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1 SEKTSCHALE(N) MIT HIMBEEREN:

  1. liebe julia,
    ich bin gerade durch zufall auf deinen blog gestoßen und finde deine seite wirklich toll. bei gelegenheit werde ich auf jeden fall eins deiner bücher lesen.
    deine ängste kenne ich übrigens zu gut. trotzdem solltest du versuchen, dich selbst zu überwinden. kritik kann ja auch was positives sein: man kann daraus lernen und es beim nächsten mal besser machen (sofern es konstruktive kritik ist). diese erfahrung habe ich jedenfalls gemacht. ich wünsche dir jedenfalls noch viel glück auf deinem weg :)

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