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-521- Himmel, brich. Himmel, fall.

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In meiner Brust veranstalten schon wieder zwei Herzen ein Rennen. Und mein Atem begleitet sie, brennend, rauchig, ausgelaugt. Fernweh und Heimweh vermischen sich in mir, tanzen sich die Füße blutig und zerreißen Faser um Faser, bis ich nur noch nacktes Sein bin.
Es reicht mir nicht, hier zu sein und gegen alte Monster anzukämpfen. Es reicht mir nicht, mich "okay" zu fühlen, während der Rest des Spektrums vor mir verborgen bleibt.
Ich bin seit einer geraumen Weile weg von den Medikamenten, den Süchten, allem, was mich betäubt. Ich fühle wieder alles, was mir passiert. Ich fühle Freude und ich fühle Trauer, ich fühle Farbe und ich fühle das Anthrazit der Gleichgültigkeit. Ich will allein sein. Endlich allein, allein, allein. Nicht nur ein bisschen, nicht nur eine Weile, sondern für immer. Denn ich kann nicht denken, wenn Hände an mir zerren, wenn Wörter in mir rumoren und Stimmen die Stille zerreißen. Ich brauche nacktes Weiß oder verstummtes Dunkel. Ich will kein Mischmasch, ich ertrage kein grelles Bunt und ich ertrage es nicht, dass Hände mich halten wollen, während ich fallen will. Es ist mir egal. Ich breche also meine Knochen, sollen sie doch splittern, sollen sie versagen und unter mir einknicken. Ich kann nicht wachsen, wenn mich permanent jemand im Schutzgriff hält. Ich kann nicht atmen. Kann. Nicht. Atmen.
Himmel, brich. Himmel, fall.

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Julia Mayer
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