06.07.15

-537- [Rookies Tagebuch] Wie ich überarbeite (06. Juli)

Da ich momentan in der letzten Phase der Überarbeitung bin, wollte ich euch ein bisschen von meinem ÜA-Prozess berichten. Sicherlich gibt es nicht sonderlich viel darüber zu sagen, weil meine Strategie auch nur aus vielen anderen zusammengewürfelt ist. Im Grunde habe ich ausprobiert, was bei mir am besten funktioniert, und optimiere daran herum. Aber vielleicht hilft es ja einem von euch, denn wenn ich etwas gelernt habe, dann dass gute Organisation viel Zeit und Mühe einspart!

Nachdem ich einen Roman abgeschlossen habe, brauche ich erstmal ein wenig Abstand davon. Meist halte ich es nur ein paar Tage aus, bevor ich richtig mit der Überarbeitung anfange, aber empfehlen würde ich mindestens eine Woche, wenn nicht sogar zwei bis drei. Erst durch den Abstand dazu, wird man objektiver, und es wird trotzdem nicht objektiv genug sein.
Mein erster Durchgang der Überarbeitung ist meist auch der Intensivste. Ich nehme mir erst die inhaltlichen Schwachstellen vor und arbeite meine Editier-Liste ab, die ich mir immer beim Schreiben mache. Wenn mir beim Tippen eine Änderung einfällt, notiere ich sie mir, und in dieser ersten Phase kommt mir das wirklich zugute. Wenn inhaltlich alles ausgebesser ist (das mache ich Stichproben-artig), gehe ich den Roman von vorne bis hinten durch. Lese ihn am PC und korrigiere währenddessen. Die ersten Kapitel würde ich mehrfach durcharbeiten, weil man an diesen meist erkennt, wenn sich der Autor noch nicht sicher war und ob er noch beim Schreiben etwas entwickelt hat. Meine ersten Kapitel sind meist so grauenvoll, dass ich sie ganz neu schreibe, oder große Stücke rausnehme und zusammenfüge. In den späteren Kapiteln merkt man dann, dass ich mit der Story warmgeworden bin.
Im Laufe der 10-Punkt-ÜA
Nach der ersten Phase sende ich mein Manuskript an zwei bis drei Betaleser, die ihre Korrekturen anbringen. Bei Séance hat sich diese Phase als sehr umständlich erwiesen, weil ich viel ändern musste, und weil die Welt im Roman sehr komplex ist. Mit Liebe fürs Detail kostet es dann gerne mal etwas mehr Zeit, vor allem, wenn man wirklich alle Fehler ausmerzen möchte. Die Korrekturen meiner Betaleser setze ich um. Theoretisch käme danach das professionelle Lektorat, aber wenn man sich das nicht leisten kann, so wie ich, hilft nur das Selbstlektorat. Dafür wende ich die (ziemlich umständliche) 10-Punkt-Überarbeitung von Andreas Eschbach an. Dabei entgehen einem eigentlich kaum Fehler, außer man streut wieder Neue ein (was mir permanent passiert, ich fühle mich meist, als würde ich mit einem dreckigen Tuch putzen und alles nur verschmieren). Diese Methode klart auch den Stil auf und hilft dabei, sein Buch nochmal anders zu sehen. In dieser Phase befinde ich mich momentan mit Séance. :)
Wenn ich damit fertig bin, schicke ich das Buch an zwei bis drei Testleser. Am besten findet man dafür zwei unterschiedliche Leute, die auf andere Dinge achten. Jemanden, der eher den Stil kritisiert und einen anderen, der inhaltlich immer den Durchblick hat. Dies sind dann die letzten Verbesserungen, die ich am Buch tätige. Meist mache ich nach ein paar Monaten noch einmal einen Feinschliff, lese auf dem eReader drüber und besser nochmal nach. Aber das, was dann geändert wird, sind meist nur Kleinigkeiten. Trotzdem passieren einem immer kleine Flüchtigkeitsfehler. Wenn meine Leser da noch etwas entdecken, habe ich auch kein Problem damit, zurück ins Buch zu gehen und es auszubessern. Jedenfalls solange es keine großen inhaltlichen Korrekturen sind. Wir reden hier natürlich nur von Pennies. :]

Das war's, so arbeite ich. Wie sieht's bei euch aus? Habt ihr eine bestimmte Methode?

Kommentare:

  1. Das ist ein sehr interessanter Beitrag. Diese 10 Punkt Methode werde ich mir auch mal anschauen. Danke für den Tipp!

    Ich habe noch keine große Routine, da ich ja gerade mal 1,5 Bücher fertig habe, aber liegenlassen und dann noch mal drüberlesen mache ich auch. Und Betaleser sind immer was Tolles :) !

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    1. Die 10-Punkt-Methode kann ich nur empfehlen, wirklich perfekt für den Feinschliff. :]

      So eine Routine stellt sich mit der Zeit ein, zu Beginn sah mein Prozess auch ganz anders aus, aber mit dem Jetzigen bin ich um einiges besser dran. :D

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    2. Das ist ja wie bei allem - Übung macht den Meister :D

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  2. Wow! Ein toller Einblick. Da sieht man mal, wie viel Mühe so eine Überarbeitung kostet. Aber dafür kann man später dann auch richtig stolz sein! <3

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    1. Da hast du auf jeden Fall recht! Arbeit ist es, aber es lohnt sich. :)

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