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-539- [Rookies Tagebuch] Motiviert bleiben

Schreibfutter
Sobald jemand erfährt, dass ich Bücher schreibe, taucht immer ein Kommentar auf, über den ich heute reden möchte. Ich denke, mehr oder weniger jeder, den ich kenne, hat schon einmal darüber nachgedacht, ein Buch zu schreiben. Meist haben sie eine grobe Idee und einige wenige fangen sogar das Schreiben an, aber sie alle haben eines gemeinsam: Sie kommen nicht über eine gewisse Seitenzahl hinaus. Sie verlieren die Lust, sobald sie merken, dass es in Arbeit ausartet. Dass Schreiben zeitintensiv ist und man ein Buch nicht einfach so runterschreiben kann, ist für die meisten eine ganz neue Erkenntnis.
Auch bei mir gibt es mehrere Zeitpunkte bei der Entstehung eines Buches, an denen ich mich kaum noch aufraffen kann. Meist ist das einmal bei der Hälfte des Buches und einmal kurz vor dem Ende, wenn ich die Zielgerade schon sehen kann und merke, dass ich nicht bereit bin, meine Charaktere schon gehen zu lassen. Seltsamerweise habe ich noch nie alles hingeschmissen, aber als ich noch ein neuer Schreiberling war, habe ich an diesen Punkten einfach ein neues Projekt begonnen. Deshalb habe ich auch so viele Buchleichen in meinen Schubladen. Unausgegorene Konzepte, voller Fehler und schlechter Charaktere, die ich nie zu Ende geführt habe. Die gammeln einfach vor sich hin und ich habe keine Ahnung, ob es sich überhaupt lohnt, sie wieder auszugraben. (Aber darum geht es in diesem Artikel nicht, denn eigentlich möchte ich über Motivation sprechen, wenn ich mal zum Punkt kommen würde.)
Ich habe im Laufe der Zeit einige Möglichkeiten gefunden, um wieder neue Motivation zu schöpfen und diese lahme Phase zu überwinden. Keine dieser Methoden ist ein absoluter Garant, aber sie helfen mir dabei, den Motor wieder zum Laufen zu bringen. Wenn ich die richtige Methode zum richtigen Zeitpunkt anwende, kann sie echte Wunder bewirken.

1. Rede mit jemandem über dein Projekt
Das ist eine der leichtesten Arten und Weisen, um neue Leidenschaft für meine Charaktere zu erwecken. (So fördert man außerdem auch Verliebtheit, indem man mit anderen über den Partner redet. [streut FunFacts ein]) Ob es nun dein bester Freund ist, dem du von deinen Charakteren erzählst, oder ein anderer Autor, spielt keine Rolle. Einzig und allein empfehlen würde ich, mit niemandem darüber zu reden, der dich sinnlos kritisieren wird. Projekte sind in der Schreibphase extrem fragil und du solltest sie beschützen. Suche dir jemanden, der dich aufbaut. Wenn du niemanden hast, der sich dafür zu interessieren scheint, suche dir eine aktive Schreibcommunity. Zum Beispiel die Schreibnacht oder Poolys' Forum.

2. Mach eine Pause ...
Mein innerer Kritiker ist fies und hat einen Textmarker.
... aber verliere nicht dein Projekt aus den Augen! Zu leicht kann es passieren, dass du es beiseite legst und nie wieder zur Hand nimmst. Deshalb würde ich dir empfehlen, dir eines festen Zeitraum zu überlegen, in dem du nicht schreibst. Aber gedanklich kannst du dich natürlich mit deinem Projekt beschäftigen; vielleicht gehst du sogar raus und sammelst neue Inspiration? Ein Notizbuch mitzuführen kann auch Wunder bewirken. Schreib auf, was die einfällt, aber lass eine Weile die Finger vom Dokument. Ich merke dann schnell, wie sehr ich das Projekt vermisse, und halte die Pause nicht sonderlich lange aus. :P

3. Setze dir eine Deadline!
Wenn du merkst, dass du nur am Prokrastinieren bist, empfehle ich dir, eine Deadline zu erschaffen. Besonders als Selfpublisher hat man niemanden, der einem im Nacken sitzt. Man ist sein eigener Chef und deshalb sollte man sowohl Autor als auch Verlagsleiter sein und sich selbst ein wenig antreiben. (Nicht zu sehr, oder du wirst die Freude dran verlieren.) Ich bin sehr diszipliniert bei meiner Arbeit und hasse es, wenn ich nicht vorankomme. Sicherlich gab es die eine oder andere Deadline, die ich nicht geschafft habe, aber allein schon einen festen Zeitplan zu besitzen, hat mich angetrieben. Es ist aber auch wichtig, seine eigenen Grenzen zu erkennen und gnädig mit sich zu sein. (Vor allem, wenn man, wie ich, dazu neigt, zu viel zu verlangen.)

4. Sei bei einem Schreibevent mit dabei
Dieser Punkt lässt sich gut mit Methode #1. Es gibt, vor allem auf Facebook, zahlreiche Schreibevents, bei denen sich Autoren/Schreiberlinge/Künstler virtuell zusammenschließen und zu einer gemeinsamen Zeit kreativ sind. Ich habe zum Beispiel eine Schreibgruppe für Täglich-Schreiber, die sich jeden Tag trifft und von 19 bis 23 Uhr in stündlichen Etappen schreibt. Jeder sitzt dabei an seinem eigenen Projekt, aber das gemeinsame Arbeiten kann sehr motivierend wirken. Wir Autoren sind doch sehr einsame Wesen, denn Schreiben ist auch eine einsame Arbeit. Umso schöner ist es, sich einmal im Monat, oder gar öfter, mit anderen zu vernetzen. Ich nehme heute zum Beispiel an der 23. Schreibnacht teil. Dieses Event findet momentan einmal monatlich statt und gibt mir jedes Mal einen Motivationskick. Eigentlich schreibe ich immer, aber heute werde ich einen Überarbeitungs-Marathon machen. Und auch da bin ich nicht die Einzige. :)
Andere Schreibevents sind zum Beispiel NaNoWriMo, CampNaNoWriMo oder auch der Schriftstrom.

Das waren ein paar Tipps von mir. Wie sieht's bei euch aus? Habt ihr eine bestimmte Methode, wie ihr motiviert bleibt?

About Julia Mayer

Julia Mayer
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2 SEKTSCHALE(N) MIT HIMBEEREN:

  1. Huhu :D

    (Macht gerade eine Pause *hust*) Ein sehr schöner Posts, dessen Tipps ich alle so unterschreiben kann :) Ich finde das auch immer sehr amüsant, wenn die Leute dann sagen: "Ach, ich wollte auch immer ein Buch schreiben." xD herrje ... ~
    Jedenfalls hilft mir aber auch der Satz sehr "Wenn du es nicht schreibst, schreibt es keiner!". Vielleicht kann da jemand auch was draus ziehen (:

    Liebste Grüße

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    1. Oh ja, es kommen echt die lustigsten Kommentare zusammen. Grundsätzlich meint ja sowieso jeder, er könne ein Buch schreiben, und was uns von jenen unterscheidet ist nur, dass wir verrückt genug sind, es tatsächlich zu machen, anstatt nur permanent zu sagen, wie toll es wäre, ein Buch schreiben zu können. (Langer Satz ist lang, sorry xD)
      Und ja, das finde ich auch sehr motivierend :) ♥

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