22.07.15

-544- [Rookies Tagebuch] Von Zweifeln und vom Fastfood-Schreiben

Heute habe ich einen eher persönlichen Tagebucheintrag. Er handelt noch immer vom Schreiben - wovon auch sonst? - aber nicht nur von Séance, obwohl es eng damit zusammenhängt. Wer meinen Blog schon eine Weile verfolgt und vielleicht sogar meine Veröffentlichungen im Auge behält, weiß, dass ich im letzten halben Jahr krass das Tempo angezogen habe. Ich habe damals das Buch Write. Publish. Repeat. gelesen und mir in den Kopf gesetzt, jeden Monat ein Buch zu veröffentlichen. Drei Mal ist es mir gelungen. Erst habe ich Rehruf veröffentlicht, dann Frostbiss und hinterher gleich Die Splitter, und es war eine aufregende und spannende Zeit. Noch nie habe ich so viel in so kurzer Zeit geschafft, und ich möchte diese Erfahrung auch nicht missen, weil sie mir eine Menge über mein Schreibverhalten gezeigt und mich stark vorangebracht hat. ABER ... und ja, es gibt immer ein großes Aber ... sobald ich versucht habe, diese Methode auf Séance anzuwenden, ist das Kartenhaus in sich zusammengefallen. Einzelbände wie Rehruf und Frostbiss kann ich vielleicht in so kurzer Zeit abhandeln - auch wenn das zu debattieren wäre - aber ein komplexes Projekt wie Séance? Nein, das geht einfach nicht. Ich wollte es trotzdem unbedingt durchziehen und habe mich gepusht und gequält, und am Ende glaube ich, dass ich trotzdem nicht das erreicht habe, was ich erreichen wollte. Dieses Projekt verdient mehr als das, was ich in es gesteckt habe, aber zur gleichen Zeit habe ich alles gegeben, was ich auch nur zu geben hatte. Mehr ist in mir nicht drin, nicht derzeit. Aber ich weiß, dass es das letzte Mal sein wird, dass ich ein Buch auf diese Art und Weise aus mir herauszerre. Für mich ist das Fastfood-Schreiben hiermit abgeschlossen, ich möchte wieder Lust und Freude am Schreiben empfinden, ich möchte Worte kosten und mich in ihnen verlieren und ich will nicht irgendwann aufwachen und mir eingestehen müssen, dass ich zwar ein Buch innerhalb von zwei Monaten geschrieben und veröffentlicht habe, es aber nicht mehr leiden kann. Das wäre mein größter Alptraum.
Sicherlich kann ich nicht aus meiner Haut und werde immer noch pushen und viel schaffen wollen, aber anstatt auf Masse zu setzen beim Schreiben, stecke ich lieber mehr Zeit rein und schreibe bedachter, bewusster, mit mehr Leidenschaft und hoffentlich auch bald wieder mit der gleichen Freude.

Kommentare:

  1. Guter Vorsatz! Worte schmecken, riechen, fühlen ...Ich wünsche Dir die Seligkeit zurück.

    Helene

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    1. Hallo Helene,
      danke für deine lieben Worte. :) Das nehme ich mir auf jeden Fall vor!

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