04.04.16

-567- Lass. Los.


Bei jedem Buch, das ich bisher geschrieben habe, bin ich irgendwann an dem Punkt angelangt, an dem ich es nicht mehr sehen kann. Meist ist es da noch gar nicht fertig, also, ich habe es sicherlich schon fertig geschrieben (auch wenn ich behaupte, dass manchmal während des Schreibens ein ähnlicher Punkt kommt, der aber relativ leicht zu überwinden ist), aber meist ist die Überarbeitung noch nicht abgeschlossen. An dem Punkt bin ich momentan auch bei Fuchsnacht. Klar, ich habe die erste Überarbeitung geschafft und die erste Betaleserphase abgeschlossen, aber nach der Testleserphase kommen noch mindestens ein bis zwei Korrekturen auf mich zu und danach eine letzte Testleserphase, bevor das Buch wirklich fertig ist. Aber gedanklich habe ich mit dem Buch bereits abgeschlossen, beginne die Abnablung von der Geschichte, die mich so wahnsinnig lange begleitet hat.
Das ist nicht immer einfach, Lebe wohl zu sagen oder überhaupt, sich nicht über das Buch zu identifizieren. Aber ich halte es mittlerweile für enorm wichtig, dass ich mich von dem Buch lossage, mich distanziere, bevor ich es hinaus in die Welt schicke. Elizabeth Gilbert hat es in ihrem Buch Big Magic perfekt in Worte gefasst, als sie gesagt hat, dass das Buch, sobald es die Leserhände erreicht, nicht mehr dem Autoren gehört, sondern dem Leser. Dass man keinerlei Einfluss auf die Reaktion hat und auch kein recht, die Meinungen der Leser infrage zu stellen.
Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie erleichternd es sein kann, ein Buch loszulassen und sich dem nächsten Projekt zuzuwenden. Auch wenn ich mit Fuchsnacht noch nicht zu 100 Prozent fertig bin, beginne ich, mich zu lösen. Nicht nur wird es dem Buch gut tun, sondern auch mir wird es helfen. Vor allem, da Sie sagen, Van Gogh hat gelbe Farbe gefressen schon eine geraume Weile in mir gärt und ich mich mit Freude dem Plotting zuwende. Mehr dazu schreibe ich aber in einem anderen Post, wenn ich auch mehr geschafft habe. Jedenfalls fällt bei mir jedes Mal die Abnablung von einem Projekt auf den gleichen Tag wie die Zuwendung zum Nächsten. Vielleicht tut es dann weniger weh. Vielleicht macht es das leichter. Fühlt sich jedenfalls so an.

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